Was zur Hölle ist…Mutzbraten?

Mutz…..was?

Nun, schauen wir was Wikipedia dazu sagt:

Mutzbraten wird im Osten von Thüringen und im Westen Sachsens ein faustgroßes Stück Fleisch aus der Schulter oder dem Kamm des Schweines genannt, das mit Salz, Pfeffer und Majoran gewürzt, mariniert und auf sogenannten Mutzbratenständen im Birkenholzrauch gegart wird.

Das Fleisch soll fettdurchwachsen sein, denn mageres Fleisch würde bei der Zubereitung austrocknen und das Aroma des Birkenholzes, welches ein wesentliches Merkmal des Mutzbratens ist, zu wenig aufnehmen. Das aufgespießte Fleisch wird anschließend für mindestens zwei Stunden über Birkenholz auf einer speziellen Vorichtung, dem Mutzbratenstand, gegrillt.
Der Verzehr mit Ketchup eher verpönt ist!
Der Mutzbraten wird mit Brot, Sauerkraut und etwas Senf serviert.
Bekannt ist der Mutzbraten vor allem um Schmölln und Altenburg in Ostthüringen sowie im Thüringer Holzland.

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Darf es etwas Geschichte sein?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Schmölln die ersten Mutzbraten öffentlich angeboten. Der Mutzbratenstand bestand damals aus vier in die Erde gesteckte Stäben, mit seitlichen Auflagen für die Spieße. In der Mitte befand sich ein Lagerfeuer aus Birkenholz, lange Pfannen, die das Fett auffangen, wurden unter die Spieße gestellt. Gedreht wurde anfangs per Hand. Die Hitze und der Rauch des Feuers setzten den Gehilfen – meist Kinder, die für ihre mehrstündige Arbeit einen Mutzbraten kostenlos erhielten – sehr zu, dennoch blieb die Technik über Jahrzehnte unverändert.

Als in den sechziger Jahren elektrische Getriebemotoren auf dem Markt kamen, versuchten viele Tüftler, die Zubereitung effektiver und angenehmer zu gestalten. Im Auftrag ortsansässiger Fleischereien wurden nun auch industriell Mutzbratenstände gefertigt, die einen Elektroantrieb besaßen. Dennoch wurde der Mutzbratenstand nie als „Konsumgut” produziert. Für viele war es schwierig an die Technik der Volkseigenen Betriebe heranzukommen, weswegen sie sich einen Stand für den Privatgebrauch selbst bauten. Für den Antrieb wurde meistens der Motor eines Trabbi-Scheibenwischers und eine Fahrrad- oder Mopedkette genutzt. Durch den technischen Fortschritt wurde der Mutzbraten auch über die Grenzen von Schmölln und Umgebung hinweg bekannt.
Und es hat nicht lange gedauert, bis er Rosbach erreichte!

Für Interessierte:
Original Schmöllner Mutzbraten

Sowohl „Original Schmöllner Mutzbraten“(2) als auch „Schmöllner Mutzbraten“(3) sind beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Marken zugunsten der Stadtverwaltung Schmölln.(4) Alle anderen Versuche, sich Marken schützen zu lassen, die das Wort „Mutzbraten“ enthalten, wurden entweder von Amts wegen nicht zugelassen oder auf Antrag wieder gelöscht oder zurückgezogen. Wie und ob die eingetragenen Marken tatsächlich gewerblich genutzt und verteidigt werden, ist unklar, da die Stadtverwaltung Schmölln die Marken nicht für eigene Produkte nutzt. Ob die gewerblichen Nutzer der Marken, zumeist mobile Imbissstände, die Nutzungsrechte ordentlich erworben haben, ist ebenfalls unklar. Um vorsorglich ein Markenvergehen zu vermeiden, bleibt jede Bezeichnung unbeanstandet, wenn sie die Wortfolge „Schmöllner Mutzbraten“ vermeidet, z. B. „Thüringer Mutzbraten“.

Jetzt noch was zum Besserwissen:

In der Altenburger Mundart bezeichnet das Wort „Mutz” ein Tier ohne Schwanz, hier das Schwein. Vor allem im Holzland ist der „Mutz” der Lieferant des Fleisches für den Mutzbraten, ein „eierlegendes Wollmilchschwein, das den bayrischen Wolperdingern wesensähnlich ist.“ (1)
Doch keine Angst, wir nehmen ausschließlich Schweinenacken!

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Als Quelle diente: https://de.wikipedia.org/wiki/Mutzbraten

Einzelnachweise
(1) Gemeinde Kraftsdorf – Mutzmuseum
(2) Markenregisternummer 30159350 vom 9. Oktober 2001,
aktuelle Schutzdauer bis wenigstens 31. Oktober 2021.
(3) Markenregisternummer 30012537 vom 29. April 1999,
aktuelle Schutzdauer bis wenigstens 30. April 2019.
(4) Patrik Stäbler: Aus dem Leben des Mutzbraten-Königs. 16. M